Fiedler (1994) zitiert zwei ältere Katamnese-Studien (Tölle 1966 und Müller 1981; Nachuntersuchungen nach 28 bzw. 30 Jahren), die unabhängig zu ähnlichen Ergebnissen geführt haben:
Laut Fiedler (1994, S. 387) deuten Prospektiv-Studien darauf hin,
"daß die persönlichkeitsgestörten Patienten im Vergleich mit Patienten ohne Persönlichkeitsstörungen
- erheblich größere Anpassungsschwierigkeiten in Familie und Beruf aufweisen,
- sich deutlich häufiger erneut einer psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung unterzogen,
- häufigere Ehescheidungen oder längere Zeiten ohne feste Partnerschaft aufwiesen sowie
- deutlich häufiger wegen unterschiedlicher körperlicher Krankheiten ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hatten (Drake, Adler & Vaillant, 1988; Andreoli, Gressot, Aapro, Trico & Cognalons, 1989)."
Nach Tölle (1986) gibt es eine Drittelregel, "wenn psychologische, medizinische und soziale Daten zusammengefaßt werden":
Es existieren nur für zwei der Persönlichkeitsstörungen Studien über Langzeitverläufe, das sind
Langzeitkatamnesen von mit Psychotherapie und/oder Pharmakotherapie behandelten Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sind nicht vorhanden.
Bei der sogenannten "Menninger Studie" handelt es sich um eine 1954 begonnene Studie, bei der 42 ambulant und stationnär psychotherapeutisch behandelte Patienten 1972 und 1986 nachuntersucht wurden (Kernberg et al., 1972; Wallerstein, 1986). Die Diagnosen umfaßten schwere Psychoneurosen, Charakterneurosen, Impulsneurosen, Suchterkrankungen, Sexualstörungen, narzisstische und Borderline-Störungen. Sie wurden zunächst in der Menninger Klinik diagnostiziert und anschließend ambulant weiterbehandelt.
Therapeutisch wurden
Die Therapiedauer betrug zwischen 3 und 9 Jahren und beinhaltete im Mittel
Die Katamnesen wurden 12 Jahre und 30 Jahre nach Beginn der Therapie durchgeführt.
Bronisch (2000) fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen:
Der Therapieerfolg konnte zu Beginn der Behandlung nicht vorausgesagt werden.